Schweißgebadet hochschrecken und dann erleichtert feststellen: War zum Glück nur ein Albtraum. Intensive, von Ängsten dominierte Träume können den Schlaf beeinträchtigen. Wie bei Bill Kaulitz: «Bei mir sind es schlimme Albträume. Ich schlafe ganz schlecht», sagte der Tokio-Hotel-Sänger in einem Interview der «Neuen Osnabrücker Zeitung» auf die Frage, was die schlimmsten Monster in seinem Leben seien. Ein Albtraum sei wiederkehrend: «Der alte Albtraum mit der Hexe. Die hat hinter unserem Spielzeugkorb gewohnt.»
Albträume als Signal verstehen
Dem Schlafforscher Professor Michael Schredl am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim zufolge haben Albträume einen Zweck - ähnlich wie Schmerzen. Demnach können auch Albträume als Signal verstanden werden, «aktiv an bestimmte Themen heranzugehen».
Wer etwa oft träumt, verfolgt zu werden, hat womöglich eine unangenehme Aufgabe oder Begegnung vor sich, die immer weiter aufgeschoben wird. «Die übertriebene Version im Traum ist dann das Monster oder ein unheimlicher Angreifer, der mich verfolgt», so der Schlafforscher.
Meist sind es Stress, Ängste, Sorgen oder Konflikte, die Albträume auslösen. Personen, die sehr sensibel und kreativ sind, haben Informationen des ZI zufolge eine höhere Neigung zu Albträumen.
Ruhigen Schlaf fördern
Wer schlechtem Schlaf vorbeugen will, sollte Albträume nicht verdrängen. Besser: ernst nehmen und sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen, rät Helga Odendahl, Tiefenpsychologin vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) für Psychotherapie in Köln. Auch gezielte Entspannung kann helfen, etwa Meditation oder Atemübungen.
Zudem sind Bewegung, frische Luft, regelmäßige Schlafzeiten und etwa der Verzicht auf Alkohol förderlich für ruhigen Schlaf. Schredl empfiehlt ein festes Ritual kurz vor dem Zubettgehen, um den Übergang vom Wach- in den Schlafzustand zu erleichtern.
Bei chronischen Albträumen gilt die Imagery Rehearsal Therapy (IRT) als wirksame Methode zur Behandlung. Die Grundidee: Betroffene schreiben einen belastenden Albtraum auf, erfinden bewusst ein neues, weniger bedrohliches Ende – und stellen sich dieses neue Drehbuch täglich vor dem Einschlafen bildlich vor. Das Ziel: Das Gehirn soll so lernen, das alte Angst-Skript durch das neue zu ersetzen.



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